Dienstag, 16. März 2010
 
Pfarrer gesteht Missbrauch
Ehemaliger Idsteiner Seelsorger nötigte 15-Jährigen
WIESBADENER KURIER 15.03.2010

Der ehemalige Idsteiner Pfarrer Dieter Frey hat vor mehr als 20 Jahren einen damals 15-jährigen Konfirmanden sexuell missbraucht. Entsetzte Gesichter, Tränen, ungläubiges Kopfschütteln der schockierten Gottesdienstbesucher am Sonntagvormittag in der Idsteiner Unionskirche. Als Pfarrer Martin Kuhlmann als Vorsitzender des Kirchenvorstandes der evangelischen Gemeinde offiziell bestätigt, was bereits seit Freitagabend als Gerücht durch Idstein kursiert, bricht für viele Idsteiner Christen eine Welt zusammen.

Lesen Sie die vollständige Nachricht hier.

Symptomatisch:
Seit dieser Zeit hat der heute 42-Jährige diesen Zwischenfall nach eigener Aussage nicht überwunden. Er sei jetzt an die Öffentlichkeit gegangen, weil die Kirche auf seine Informationen hin nicht reagiert habe und ihn die damaligen Ereignisse durch die aktuelle Debatte über Missbrauch in Kirchen wieder eingeholt hätten.

Ein Betroffener wendet sich an die Kirche, aber die reagiert nicht auf seine Informationen. Bedauerlich, aber leider gängiger Kirchenstandard. Wie sagte Johann Wolfgang von Goethe:

"Die Kirche schwächt alles, was sie anrührt."

Folgemeldung siehe hier

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Samstag, 2. Februar 2008
 
»Schon das erste Gebot der Bibel ist verfassungswidrig«
Ein religionskritisches Kinderbuch soll als »jugendgefährdend« eingestuft werden. Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon
Junge Welt 01.02.2008
Gitta Düperthal

Michael Schmidt-Salomon ist Philosoph und Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung und Autor des religionskritischen Kinderbuchs »Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel«

Das Bundesfamilienministerium hat den Antrag gestellt, das von Ihnen verfaßte heiter-satirische und religionskritische Kinderbuch unter dem Titel „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel« als jugendgefährdend auf den Index zu setzen. Können Sie sich erklären, warum das Buch zensiert wird?

Lesen Sie das vollständige Interview hier.
Weitere Informationen zu dem Buch erhalten Sie hier.

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Donnerstag, 1. November 2007
 
Unter der Knechtschaft Jesu Christi
Weltwoche 07/2006
Reinhard Mohr

Was die überwiegend kirchlichen Erziehungsheime betrifft, weiss man es seit dieser Woche ziemlich genau: «Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik» heisst das Buch des Berliner Spiegel-Redaktors Peter Wensierski, das gerade erschienen ist. Schon vor der Publikation sorgte es für erhebliche Unruhe in evangelischen wie katholischen Kirchenkreisen bis hoch zu Bischöfen und Kardinälen. Grund genug gibt es. Auf den kürzesten Nenner gebracht: Jahrzehntelang herrschten skandalöse Zustände in kirchlichen und staatlichen Kinderheimen, ohne dass die Behörden eingegriffen hätten.

Jenseits aller Übertreibung kann hier von systematischen Menschenrechtsverletzungen gesprochen werden, physische wie psychische Folter inklusive. Sie trieb viele der jugendlichen Opfer in den versuchten oder vollendeten Selbstmord.

Lesen Sie die vollständige Nachricht hier.

Die einzige Frage, die sich stellt: Warum schreibt der Autor eigentlich in der Vergangenheitsform?

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Montag, 15. Oktober 2007
 
Nach der Trennung der Eltern fehlt den Kindern oft der Vater
Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen der Diakonie richtet Expertenrunde ein
Borkumer Zeitung 15.10.2007

Wenn Eltern sich trennen, bedeutet das für viele Kinder, nur noch „Wochenendväter“ zu haben. Mit dieser Problematik habe häufig auch die evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen des Diakonie-Kreisverbandes in Leer zu tun. Das verdeutlichte deren Leiterin Dr. Ute Schulewski beim ersten Treffen einer künftig kontinuierlich zusammenarbeitenden Expertenrunde zum Projekt-Thema „Arbeit für eine aktive Vaterrolle und kooperative Elternschaft“.

Lesen Sie die vollständige Nachricht hier.

Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Vertreter der Kirche hören sich gerne reden, vor allem über soziale Themen. Doch wie schaut es mit ihren Taten aus?

Da gibt es einen Pfarrer, der eigens öffentliche Veranstaltungen abhält, auf denen er beklagt, dass Kinder ihre Väter kaum kennen, weil sie zu wenig Zeit haben, sie zu sehen. Das wirkt gut, darüber berichtet die Presse, und das steigert seine Popularität. Doch der selbe Pfarrer hilft einer Mutter, ein Kind seinem Vater und seiner Schwester zu entreißen. Doch das Experiment geht schief: Der Mutter wird der Junge wegen seiner Behinderung lästig und sie droht, ihn auf die Straße zu setzen.

Was macht der Pfarrer nun? Nein, er hilft nicht, den Jungen zu seinem Vater zurückzubringen. Stattdessen "vermittelt" er ihm einen Platz in einem Pflegeheim, angeblich "um ihm die Obdachlosigkeit zu ersparen". Bedarf es noch der Erwähnung, dass das Heim der Kirche gehört, die nun monatlich einen satten Betrag für die Pflege einstreicht? Muss noch erwähnt werden, dass die Kirchenleitung das alles gutheißt?

Allein den Worten eines Kirchenmannes darf man nicht vertrauen. An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen!

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Samstag, 22. September 2007
 
Sexueller Missbrauch: Regensburger Bischof im Kreuzfeuer
Mit seinem eigenwilligen Amtsverständnis sorgt Bischof Gerhard Ludwig Müller seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren für Unmut unter Bayerns Katholiken. Jetzt empört seine Reaktion auf die Missbrauchsvorwürfe gegen einen seiner Pfarrer die Gläubigen.
WELT Online 15. 09. 2007
Christoph Wenzel

Pfarrer Peter K. war am 30. August verhaftet worden. Der Vorwurf: mehrfacher sexueller Missbrauch eines minderjährigen Ministranten. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Bereits 2000 war der heute 39-Jährige per Strafbefehl zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte als Kaplan in Viechtach einen Buben sexuell missbraucht.
Genau das hatte das Ordinariat der Riekofener Gemeinde jedoch bis August verschwiegen, obwohl K. schon seit 2004 dort Pfarrer war. Erst als aus der Bevölkerung erneut Hinweise auf sexuelle Übergriffe bekannt wurden, meldete sich die Bistumsleitung zu Wort. Empörung löste aus, dass sich der Bischof bislang aber nicht entschuldigte.

Lesen Sie die vollständige Nachricht und die Diskussion dazu hier.

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Freitag, 10. August 2007
 
Das Leid der frühen Jahre
Hunderttausende von Kindern wurden in Heimen der jungen Bundesrepublik misshandelt. Die größte Verantwortung trifft die Kirche
DIE ZEIT 09. 02. 2006
Peter Wensierski

Er ist der Pater der Herzen. Das haben die Zeitungen über ihn geschrieben. Er hat ein Bundesverdienstkreuz bekommen, den Verdienstorden von Berlin, gibt gern Interviews und stellt sich vor die Fernsehkameras. Er ist ein regionaler Medienstar, der in Talkshows sitzt. 30 Jahre lang hat der Salvatorianerpater Vincens im Berliner Knast Tegel »schwere Jungs« betreut, da kann er viel erzählen. Was davor war, hat ihn kaum einer gefragt.

Gerald Hartford lebt 300 Kilometer entfernt bei Hildesheim und ist ein schweigsamer Mensch. Er verlässt selten seine Wohnung. Der Fernseher ist sein Tor zur Außenwelt. Und in diesem Tor hat er zufällig seinen früheren Heimerzieher wiedererkannt. Pater Vincens gilt ihm als »Peiniger seiner Jugendjahre«. Hartford hat lange mit sich gerungen, ob er es durchhalten würde, die ungewohnt lange Fahrt, die Konfrontation mit dem cholerischen katholischen Priester.

Vollständige Nachricht siehe hier.

Textauszug: "In Bad Schwalbach schickte 1964 das Amtsgericht den siebenjährigen Thomas sowie seinen neunjährigen Bruder in die geschlossene Fürsorgeerziehung und setzte als »Gründe« unter sein Urteil: »Die Anhörung der Mutter hat ergeben, dass sie mit den beiden Kindern nicht fertig wird. Tatsache ist jedenfalls, das hat die gehörte Mutter selbst zugegeben, dass die Kinder keinen Respekt vor ihrer Mutter haben. Bei Belehrungen lachen sie sie an oder speien aus. Es ist auch schon vorgekommen, daß sie sie u. a. ›blöde Kuh‹ nennen.« Das reichte."

Seit 1964 hat sich nicht viel geändert. Auch 2004 hat das Amtsgericht Bad Schwalbach einem Vater das Sorgerecht entzogen, nachdem die Mutter das Kind entführt hatte. Schon bald wurde ihr das behinderte Kind jedoch zu viel, und es landete im Heim. Genau das hatten die Gutachter vorhergesehen. Ach ja: auch 2004 spielte die Kirche eine unrühmliche Rolle.

Merke: Es ist zwar leicht, sich auf Dietrich Bonhoeffer zu berufen, aber es ist schwer, ein Bonhoeffer zu sein.

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Sonntag, 5. August 2007
 
US-Missbrauchs-Affäre: Der Deal des Kardinals
Der Standard 25. 07. 2007
Frank Herrmann

Nach langem Schweigen über Missbrauch in seiner Diözese entschuldigte sich Kardinal Mahony nun, es gibt Entschädigungszahlungen - und Kritik.
Jahrzehntelang schwieg er zu Missbrauchsvorwürfen gegen Priester in seiner Diözese Los Angeles. Jetzt entschuldigte sich Kardinal Roger M. Mahony öffentlich, die Opfer bekommen Rekordsummen an Entschädigung. Der Deal steht schwer unter Kritik.

Vollständige Nachricht siehe hier.

Die geschilderten Vorkommnisse sind weder ein Privileg der katholischen Kirche noch der Amerikaner. Auch bei den Protestanten und auch in Deutschland kommen derartige Dinge vor. Das Schlimme ist, dass die Kirchenleitung mitunter seit langem von diesen schrecklichen Verfehlungen weiß. Aber anstatt für Abhilfe zu sorgen und anschließend die Opfer zu entschädigen, versucht sie so lange wie möglich, die Ereignisse zu vertuschen. Die Opfer werden sogar mit gerichtlichen Schritten bedroht, falls sie die Taten der Geistlichen öffentlich machen. Dabei sollten sie sich einmal das Leiden der Opfer vor Augen führen.

"Sie können eine verlorene Kindheit, ein Leben mit einem Trauma nicht einfach mit einem Dollarzeichen versiegeln", sagt Carlos Perez-Carillo, heute 41 Jahre alt, als Bub missbraucht. Der 44-jährige Tony Almeida macht für vieles, was in seinem Leben schief ging, Clinton Hagenbach verantwortlich, einen inzwischen verstorbenen Geistlichen, der ihn und andere Chorknaben vergewaltigte. Depressionen, Alkoholismus, zwei zerbrochene Ehen: "Mein Leben ist ein einziges Schlamassel", erzählte der Feuerwehrmann dem Fernsehsender ABC.

Mit welcher Rechtfertigung dürfen die Kirchenoberen, die von solchen Dingen wissen ohne zu handeln, sich noch Christen nennen, und von Anderen die Einhaltung der Gebote fordern?

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Mittwoch, 27. Juni 2007
 
Zweierlei Maß
Fall Käßmann: Evangelische Kirche suspendiert Kritiker
Junge Freiheit 22. 06. 2007
Wolfgang Fenske

Margot Käßmann ist im Amt, Werner Führer wurde suspendiert. Die eine ist Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der andere ist Oberkirchenrat der Evanglisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Die eine hat sich nach 26 Ehejahren von ihrem Ehemann scheiden lassen, der andere hat die Bischöfin dafür kritisiert, dass sie trotz Ehescheidung in ihrem Amt verblieben ist. Am 12. Juni wurde Führer vom Landeskirchenrat, dem kirchenleitenden Gremium, dem er selbst angehört, für drei Monate von seinem Dienst suspendiert.

Die Nachricht wird hier zitiert.

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Mittwoch, 23. Mai 2007
 
Bischöfin Käßmanns Scheidung: Gabe Gottes
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 20. 05. 2007
Cornelia von Warngel

„Der liebe Gott testet sein Bodenpersonal“, soll sie gewitzelt haben, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden war. Nach Operation und Bestrahlung meinte sie einmal lakonisch: „Das Bischofsamt macht ja nun nicht unverwundbar.“ Das ist noch gar nicht lange her. Damals, im vergangenen Oktober, war Bischöfin Margot Käßmann knapp zwei Monate nach dem Eingriff wieder voll im Dienst, sprach davon, wie sie darum gebetet habe, dass sie ihr fröhliches Herz behalte, und auch darüber, dass sie sich die Frage gestellt habe: Wie weit reicht deine Kraft? Wie bringe ich das den anderen bei?

Vollständige Nachricht siehe hier.
Folgenachricht siehe hier.

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Samstag, 12. Mai 2007
 
Bischöfin Käßmann reicht die Scheidung ein
WELT ONLINE 10. 05. 2007

Deutschlands profilierteste Protestantin lässt sich scheiden. Margot Käßmann, Landesbischöfin von Hannover, war seit 26 Jahren verheiratet. Auch ihr Mann ist Theologe, gemeinsam haben die beiden vier Töchter. Käßmann ist nicht die erste geschiedene Bischöfin.

Vollständige Nachricht siehe hier.

Wie bei der WELT üblich, gibt es zu dem Artikel Hintergrundinformationen. Interessant ist der Satz:
"In kaum einer anderen Berufsgruppe, von Diplomaten abgesehen, ist die Scheidungsquote derart hoch wie bei protestantischen Pfarrern."

Folgemeldung siehe hier.

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